...der Bibliothek! Das Semesterende naht viel schneller als mir lieb ist und damit auch die Abgabetermine für unsere schriftlichen Arbeiten. Ein Essay hier, eine Zusammenfassung dort, ein Paper. Am 1. Dezember muss ich auch mein Masterarbeitsthema einreichen (spannend!). Mittlerweile habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was ich machen möchte, feile jedoch noch immer an den Details.
Einen Job habe ich auch (ich habe meinen alten Job als Hilfskraft wieder...
) und Paris wartet auch immer wieder darauf, von mir entdeckt zu werden.
Das Wochenende startete unspektakulär: Am Freitag habe ich mich um - ja, wirklich - 20.30 Uhr ins Bett begeben, weil ich in der letzten Woche wieder krank geworden bin und Schlaf bitter nötig hatte. Nach 12 Stunden in Lummerland sah die Welt aber schon wieder anders aus und ich habe anfefangen, zu arbeiten.
Mein Highlight des Wochenendes war der Samstagabend: Ich habe mich mit einigen Mitstudenten auf einen nächtlichen Streifzug durch die Stadt begeben. Gelandet sind wir in einer Kneipe, in der ich zwar schon einmal war, die aber das Potential hat, zu meiner Pariser Stammkneipe zu werden und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht: An der Bar bediente eine Holländerin, die bald merkte, dass wir Deutsche sind. Sie fragte uns daraufhin ob wir auch zur Geburtstagsparty gehen würden... Mein Begleiter und ich sahen uns nur fragend an: "Geburtstag? Party? Wer? Wo?". Die Barkeeperin erklärte uns dann, dass diese Geburtstagspartys ein Pariser Phänomen sind: Eigentlich hat niemand Geburtstag und diese Feiern sind auch nicht so privat wie es die Bezeichnung vermuten lässt. Allein die Tatsache, dass man ein Passwort braucht um Einlass gewährt zu bekommen, suggeriert eine gewisse Vertraulichkeit (Kennt man aber auch von anderen Städten... ich erinnere an die Berliner Villa-Partys). Diese Geburtstagsparty stand ganz im Zeichen des Berliner Mauerfalls (ein sehr großes Thema hier in Frankreich, ich war gerührt...) und fand auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände statt. Leider hat so viele Leute Lust, Geburtstag zu feiern, dass selbst uns - Deutsche, Berliner (na gut, war gemogelt) - der Einlass verwehrt wurde. Was tun? Nach Warten war uns nicht, wir wollten aber auch nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Also haben wir einen Hintereingang gesucht. Der entpuppte sich als ca. 2m hohe Mauer und gerade als wir uns überlegten ob eine 2m hohe Mauer für uns Deutsche (!) ein Hindernis darstellen sollte um bei einer Feier im Zeichen des Mauerfalls (!) mitzufeiern, sahen wir ein paar Pariser Polizisten die die Mauer sehr genau inspizierten. Und es kamen noch mehr: Von der anderen Seite, über die Mauer geklettert, mit drei eingefangenen Eindringlingen im Schlepptau. Natürlich hatten wir nicht vor, über die Mauer zu klettern - niemals - aber spätestens dann war der Plan tot. Gelohnt hat sich die Aktion aber trotzdem: Auf der Hinfahrt haben meine Mitbewohner und ich etwas frustriert festgestellt, wie wenig Franzosen wir (außerhalb der Uni) bisher kennen gelernt haben. In unserem Wohnheim wohnen kaum Franzosen, man bleibt also zu oft unter sich. Aber an diesem Abend haben wir uns dann noch mit den drei von der Polizei verscheuchten Franzosen unterhalten, was wirklich witzig war. Nach einer halben Stunde haben wir uns gemeinsam Richtung Metro bewegt um den letzten Zug nach Hause zu erwischen (Paris ist ja nicht Berlin).
Den Sonntag habe ich wieder... Überraschung... in der Bibliothek verbracht. Größtenteils zumindest. Abends hat mich meine schweizerische Mitbewohnerin angestiftet, mit ihr und einigen anderen Schweizern ins Kino zu gehen. In den letzten Film mit Heath Ledger (RIP). Leider hatten unheimlich viele Leute genau den gleichen Plan (ein wiederkehrendes Motiv des Wochenendes), so dass wir keine Karten mehr bekommen haben. So waren wir stattdessen etwas trinken. In der Nähe der Rue Muffetard, im 5. Arrondissement. Hier gibt es auch viele schöne Bars und Kneipen (auch wenn ich dieses Viertel schon wesentlich touristischer finde als anderswo) und an diesem Abend auch einen Antiquitäten- und Bücherflohmarkt (mein Paradies...). Der Abend war also auch ohne Kino wirklich schön.
Am Montag haben wir dann noch auf meinem Flur eine Weinprobe veranstaltet, die erste von vielen, wenn es nach uns geht. In unserer Küche haben wir nämlich ein Buch gefunden, über Frankreich und seine Weine. Unser Plan: Uns einmal quer durch Frankreich probieren. Angefangen haben wir gestern mit "A" wie Alsace (Elsass)... Sylvaner, Riesling, Gewürztraminer. Trocken, halbtrocken, lieblich. Dazu Müsterkäse und Baguette, wie es sich gehört. Ich muss schon sagen, ich habe ja bevor ich nach Paris gekommen bin, nicht viel mit Wein anfangen können. Aber ich muss gestehen, diese Rebsäfte haben mich eines Besseren belehrt. Bereits in der nächsten Woche geht es weiter. Mit "B" für Bordeaux...










